Johannes Schlaf

 

 

Walt Whitman.

 

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Literatur: Schlaf
Literatur: Freie Bühne für modernes Leben (1890 -)   –   Die neue Rundschau (1904 -)
Literatur: Whitman-Rezeption

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Vor kurzem war in ein Paar Zeitschriften die dürre Notiz zu finden, daß am 26. März dieses Jahres einer der hervorragendsten Dichter Nordamerikas, Walt Whitman, im 74. Jahre seines Lebens zu Camden bei Philadelphia gestorben sei. Die paar Daten über sein Leben und Schaffen, die jener Notiz beigefügt waren, konnten mit ihrem litteraturlexikalischen Lakonismus unmöglich geeignet sein, ein weiteres Interesse für den Verstorbenen wachzurufen.

Ein solches erscheint aber um so wünschenswerter, als über einen Dichter, der nicht allein der hervorragendste Nordamerikas ist, sondern mit seinen Werken der Weltlitteratur angehört, und zwar, wie es uns scheint, mit größerer Berechtigung als beispielsweise sein Landsmann Edgar Poe, den sozusagen alle Welt kennt, bisher verschwindend wenig Belangvolles in deutscher Sprache geschrieben ist.

Ein Aufsatz, den F. Freiligrath über Withman in der Nummer der "Allgemeinen Zeitung" vom 10. Mai 1868 brachte, eine kleine tüchtige Broschüre "H. B. Coterill und T. W. Rolleston, Ueber Wordsworth und Walt Whitman. Zwei Vorträge. Dresden. Carl Tittmann 1883", die Einleitung zu der auszugsweisen Uebersetzung von Whitmans "Leaves of Grass", die Karl Knortz und T. W. Rolleston 1889 im Verlag von Schabelitz in Zürich erscheinen ließen, das ist so ziemlich alles, was wir von Litteratur über Whitman bei uns in Deutschland zu nennen wüßten.

Unser Aufsatz nun erhebt keine Prätensionen. Er soll sein bescheiden Teil dazu beitragen, für Whitman ein weiteres Interesse zu wecken, indem er ein kurzes Bild von der Eigenart des Dichters zu geben versucht, so weit sich ein solches aus der oben erwähnten, nicht vollständigen Uebersetzuug der "Grashalme" gewinnen ließ. – In ihr können übrigens Interessenten eine ausführlichere Bibliographie von Whitmans Werken und der über ihn geschriebenen Bücher und Abhandlungen finden.

 

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In dem Vorwort zu ihrer Übersetzung nennt einer der Uebersetzer, Karl Knortz, Whitman den "Optimisten par excellence". Aber dieser Redensart müssen wir wohl schon den Laufpaß geben. In diese enge Hülse bekommen wir den ganzen Whitmann nicht hinein. Mit dem Schlagwort irgend eines Standpunktes läßt sich schlecht etwas anfangen, einem Menschen gegenüber, der von sich die stolz-bescheidenen Worte sagen darf:

"I do not trouble my spirit to vindicate itself or to be understood,
I see that the elementary laws never apologize."

Die Uebersetzer haben sie dem Buch als Motto vorangesetzt und sie bezeichnen Whitman besser, als dieses staubtrockene "Optimist par excellence".

"Ich bemühe meinen Geist nicht sich selbst zu rechtfertigen oder verständlich zu machen,
Ich sehe, daß die Urgesetze sich niemals entschuldigen."

[978] Wenn diese Worte aber seine Art bezeichnen, so ist er mehr als Pessimist oder Optimist: dann fühlt er sich selbst als Kraft und im lebendigen, organischen Zusammenhange aller Natur, dann kann er sich freilich auch nicht verneinen, wie so viele Invalidität des Romantizismus und Christianismus, an welcher die "alte Welt" zu diesen Zeitläuften laboriert, und die grade noch Lunge genug hat, um mit allen möglichen Blasphemieen die zu hoch hängenden Trauben sauer zu schelten.

Wie die mächtigen Dithyramben neuen Lebens und neuer Kraft ertönen seine "barbarischen Gesänge über die Dächer der Welt", mitten hinein in so viele Sterbelieder der alten Welt und verkünden neue Religion, neue Kunst und einen neuen Wert des Lebens.

Nicht Optimist und nicht Pessimist ist Whitman: er ist Kraft. –

 

      *       *       *

 

Geboren wurde Walt Whitman auf Long Island, wo seine Familie einen großen Meierhof besaß, dessen Felder die Whitmans eigenhändig bestellten. Hier auf dem Lande, in der freien Natur, verlebte er den größten Teil seiner Jugend. Später versuchte er sich dann, nach amerikanischer Weise, in den mannigfachsten Berufen, war Buchdrucker, Lehrer, Tischler, Redacteur, Bauunternehmer u. s. w., bis er schließlich, ungeachtet er oft auf dem besten Wege war, bei dieser und jener Beschäftigung "sein Glück zu machen" und ein reicher Mann zu werden, Schriftstellerei und alles Andere resolut über Bord warf und dichtete. In den sechziger Jahren, nachdem eben die "Grashalme" erschienen waren, war er dann zur Zeit des Sezessionskrieges auf dem Schlachtfeld und in den Armee-Spitälern Krankenpfleger. Seinen Unterhalt erwarb er sich während dieser Zeit durch Zeitungskorrespondenzen. Für die Dienste, die er auf solche Weise leistete, bekam er eine kleine Stelle im Ministerium des Innern, die er aber nicht lange behielt. Seine Absetzung hatte er dem Staats-Sekretär James Harlaam, einem früheren Methodistenprediger, zu verdanken, der über die 1855 erschienenen "Grashalme" in sittliche Entrüstung geraten war. Freunde legten sich ins Mittel und er bekam eine neue Anstellung im Büreau des Attorney-Generals, die er bis 1873 inne hatte. In dieser Zeit wurde er von einem Schlaganfall getroffen. Seine Gesundheit war durch die Strapazen der Kriegszeit untergraben. Allmählich erholte er sich, ohne jedoch seitdem die Folgen seiner Krankheit ganz überwinden zu können. Später war es ihm gelungen, sich in Camden bei Philadelphia ein kleines, sehr bescheidenes Heim zu gründen und hier hat er, ohne Bitterkeit und Klage dem Leben gegenüber, seine besten Dichtungen verfaßt, die "eine besondere religiöse Weihe zeigen", damit ich Rolleston citiere, dessen Einleitung zu den "Grashalmen" ich im Wesentlichen diese knappe Skizze von Whitmans Lebensgang verdanke, "eine ruhige, verklärte Schönheit, welche mit der Stimmung der früheren Gedichte, wie der gestirnte Nachthimmel mit der sonnenbeleuchteten Erde kontrastiert".

In einem steten, frischen Wechsel von Ort zu Ort also, Land zu Land, Lebensstellung zu Lebensstellung, bald inmitten des reichen bunten Verkehrs der amerikanischen Millionenstadt, imnitten der kühnsten und gewaltigsten Thaten neuzeitiger Industrie, bald in der großen Natur seines Heimatskontinentes, immer mitten im Kampf und Tumult schicksalsreichen Lebens, hat er lyrische Kunstwerke geschaffen, deren Geist sich von dem der mittelalterlichen Welt ebenso scheidet, wie dieser sich von dem der Antike scheidet, aus ihm ebenso organisch erwächst, wie jener aus der Antike geboren wurde.

 


 

Meine Arbeit für heute ist gethan. Die Dämmerung kommt. Müde und betäubt von meinen Schreibereien lehne ich aus dem Fenster und sehe, wie die Sonnenlichter drüben an den hohen Fassaden allmählich erlöschen.

[979] Und da, nach dieser Lektüre und dieser Arbeit, spür' ich, wie eingeengt wir leben, versteh' und empfind' ich unser ganzes Elend.

Weit hinunter erstreckt sich die Straße mit dem Gekribbel und dem Lärm ihres Verkehrs, verliert sich nach beiden Seiten in Dunst und in dem verwirrenden Getriebe der Nebenstraßen. Oben ein schmales, karges Stück Himmel, umwölkt und verschmutzt von dem aufsteigenden, schwülen Brodem, von Staub und Essenqualm. Hinter den Fenstern drüben, die ganze lange Straßenzeile hinab, hinter, neben, über und unter mir, von allen Seiten ein enges, sich drängendes, förderndes und hemmendes Beieinander und Durcheinander zwischen den grauen Steinmassen. Und wie hier, so breitet es sich stundenlang im Kreis und weit in das Land hinaus. Fern, fern, irgendwo lebt die Natur mit ihren freien Himmelslüften und freien Gestirnen, mit ihren Wiesen, Feldern und Wäldern, mit Bergen, Strömen, Seeen und Meeren, fern, unwirklich wie eine Sage, wie ein wunderbares Märchen, das wir in unsern Kinderbüchern lasen. Die unzähligen Fäden, durch die unser Leben, Fühlen und Empfinden mit ihren unendlichen Wundern verknüpft ist, scheinen zerschnitten, und wir sind allein, allein mit uns, mit allem nur, was wir mit unserm trennenden Urteil "menschlich" nennen, allein mit uns, der Mensch mit dem Menschen, in der flirrenden Unrast dieses engenden Beieinander und seinem nervenzerreissenden, verwirrenden Durcheinander. Unser Leiden, unser Elend und unsere Freuden aber schwellen in dieser aufdringlich-deutlichen Nähe, von einer diabolischen Perspektive zu unnatürlichen Dimensionen verzerrt, zu Ungeheuern an, die uns alle freien Lebensblicke versperren. Und alle Raffinements der zu Jahren gekommenen Kultur können uns nicht über unsere große Kardinalkrankheit hinwegbringen, an der wir erfolglos mit allen möglichen Heilmitteln herummedizinieren, der Religionslosigkeit oder, wenn man will, der Kraftlosigkeit, der Atrophie des Empfindens.

Unsere ethischen Bestrebungen neuerdings. So viele andere halben Versuche, dem allgemeinen Kreuz beizukommen. Aber wie wollen wir einander helfen, wenn der Zusammenhang, in dem wir mit allen Lebendigen in allen Nähen und Fernen stehen, vielleicht für unsern Verstand vorhanden, für unser Empfinden aber nicht lebendig ist? Wenn wir also keine "Religion" haben, aus der allein Liebe, Selbstgefühl, Freude. Schönheit, Kraft, Kunst, Ethik, Männlichkeit und Verständnis des Lebens kommt? Wie kann man dem tausendfältigen Jammer einer Großstadt, dem Elend der Armen beikommen, wenn wir selbst seinen Anblick nicht vertragen können und er uns zu Blasphemieen gegen die Welt verführt?

Denken wir nun an allen Pessimismus und alle Dekadenz unserer abendländischen Welt. Vergegenwärtigen wir uns all ihre Kunst, ihre Künste und Künsteleien, ihre Raffinements, ihren moralischen Katzenjammer, ihr ganzes nervöses und sehnendes Elend und dann hören wir den "Optimisten par excellence" Walt Whitman.

 

      *       *       *

 

"Vom fischförmigen Paumanok (Long Island) ausgehend, wo ich geboren wurde,
Wohlerzengt und von der besten Mutter erzogen,
Nachdem ich manche Länder durchwandert, ein Freund volksreichen Pflasters,
In meiner Stadt Mannahatta (New-York) wohnend oder aus den südlichen Savannen,
Oder als Soldat lagernd, oder Tornister uud Gewehr tragend, oder Goldgräber iu Californien,
Oder in meiner Heimat, in Dakotas Wäldern, Fleisch meine Kost, mein Trank vom Quell,
Oder zurückgezogen, um nachzusinnen uud zu brüten in irgend einem tiefen Verstecke,
Fern vom klirrenden Haufen entzückungsvolle und selige Stunden zubringend.
Gewahr des frischen freien Gebers, des strömenden Missouri, gewahr des mächtigen Niagara.
Gewahr der Büffelherden, die auf den Ebenen grasen, gewahr des zottigen, starkbrüstigen Stieres,
[980] Vertraut mit Boden, Felsen, Maiblumen – Sterne, Regen, Schnee mein Erstaunen,
Vertraut mit den Weisen der Spottdrossel, mit dem Fluge des Bergfalkens,
Und des Abends, des Unvergleichlichen gelauscht habend, der Hermit-Drossel aus den Sumpfcedern,
Einsam im Westen singend, erhebe ich meine Stimme für eine neue Welt!"

Wie wird uns zu Mut! – Als würde alles das, was in meilenweiten märchenhaften Fernen lebt, was wir als Gegensatz zu unserem Leben hier empfinden, was wir kennen und doch nicht verstehen, lebendig mit seiner frischen Schönheit. In freien Linien taucht es mit allen seinen Wundern vor uns empor. Mit ganz unerhörten Tönen und Rhythmen, die uns anmuten wie frisches Windbrausen, wie das Andringen von Meereswellen mit ihrer breit heranrollenden Pracht. Ganz ungewohnt, ganz außer allem Raffinement unserer alt und klug gewordenen Kunst, ganz außer allem Kanon ihrer Delicen.

Sieg, Vereinigung, Glaube, Identität, Zeit,
Die unlösbaren Verbindungen, Reichtum, Geheimnis,
Ewiger Fortschritt, der Kosmos und die Berichte der Neuzeit."

Wir halten ein. Befremdet. Das ist das Stammeln eines Kindes. Hilflos, ungefüge, unartikuliert, lächerlich für unser wohldressiertes Denken und Fühlen. Aber wir merken: es ist die jauchzende Ohnmacht gegenüber einer neuen, unendlichen Fülle an- und eindringender Wahrnehmungen, der Aufschrei, der verwunderte, jubelnde, mit dem sich das Kind von ihrer süßbedrückenden Macht befreit, freudig, konstatierend. Der selige, kräftige Tumult eines lebendigen inneren Werdens ist dann.

Dies alles also, diese ganze nen anstürmende Fülle,

Das also ist das Leben!
Das ist's, was nach so viel Wehen und Krämpfen hervorkam!
Wie seltsam!   Wie wirklich!
Unter den Füßen der göttliche Erdboden, zu Häupten die Sonne,
Sieh die Erdkugel sich umdrehen,
In der Ferne die Ahn-Kontinente miteinander gruppiert,
Nördlich und südlich die Kontinente der Gegenwart und der Zukunft mit dem Isthmus dazwischen.
Sieh, ungeheure, pfadlose Räume,
Wie in einem Tranm verändern sie sich, schnell werden sie gefüllt,
Zahllose Massen gießen sich darüber.
Jetzt sind sie bedeckt mit dem ersten Volke, den ersten Künsten und Institutionen, bis jetzt bekannt.
So wurde von Anfang an der Zeit
Mir eine endlose Zuhörerschast gesichert.
Mit festem Taktschritt ziehen sie vorüber, sie halten nimmer ein,
Geschlechter von Menschen, Amerikanos, ein hundert Millionen,
Ein Geschlecht, seine Rolle spielend und hinziehend,
Mit dem Antlitz seitwärts gewandt, oder rückwärts, mir zu lauschen,
Mit Augen zurückschauend zu mir."

Was für eine Sprache! Und wenn wir weiter lesen und je tiefer wir uns in ihn hineinlesen, um so mehr faßt es uns mit der Macht der alten Urgesänge. Das ist die Kraft und Energie der althebräischen Psalmisten und Propheten. Und doch ist alles so neu, schlicht und prosaisch bezeichnet. Keinerlei "Kunstmittel". Nicht einmal etwas, das an einen so primitiven Apparat, wie den des parallelismus membrorum in der althebräischen Poesie erinnert. Diese Sprache ist so irdisch als nur möglich, oft mit fast amerikanischer Nüchternheit konstatierend, was ist. Und doch hat sie ihr Pathos, überwältigend und hinreißend, wie es nur eins gegeben hat. Ein unendlicher Rhythmus, eine unendliche Melodie. Wie der Sturm seinen ansteigenden und verebbenden und wieder ansteigenden Rhythmus hat, wie die Meereswellen ihn haben, die in der Sonnenwärme flimmernde Lust, der Gesang der Vögel, die unendliche Bewegtheit der Natur. Die Kraft und die Wärme gesunden Blutes, [981] das frei und frisch durch den Körper pulst, eine unerhörte Energie und ursprüngliche Innigkeit des Empfindens, das Weiten und Nähen durchdringt und alle Erscheinungen, und der Bewegung ihres Werdens und Wechsels mit mächtiger Inbrunst sich hingiebt, in dem das Vibrieren der ewig bewegten Atome nachzittert, das freie Atmen gesunder Lungen, die helle Kraft unverdorbener Augen, die Rüstigkeit und Elastizität ungeschwächter Muskeln: das alles giebt diesen Gesängen ihre Kraft, ihr Pathos, mit dem machen sie sich frei von allem, was man Kunst und Kunstmittel zu nennen pflegt, oder erweitern sie zu der Kühnheit nnd Kraft der bewegten Natur. Bald verhalten, in kurzen Sätzen süße, eindringende Worte, in denen das Licht- und Schattenspiel einer Mondnacht lebt, das leise, mystische Plätschern unendlicher, lichtglitzernder Meeresfluten, das leise Rauschen im Gebüsch, das Spiel der Wolken und die strahlende Ruhe der Gestirne, bald ein Wechsel von Interjektionen, kurzen Sätzen und langen, breithinströmenden Perioden, mit einzelnen Wortstößen, wie das Zupfen und Zausen des Windes, oder wieder wie sein langes, starkatmendes Getöse, wenn er über endlos sich dehnende Prarieen stürmt, bald ruhelos, hastig, breitrauschend, wie unaufhörliches Getriebe des Verkehrs in den Straßen, auf den Plätzen einer großen Stadt, an Quais, über Brücken und Fähren. Wortanhäufungen, Wiederholungen, die sich nie genug thun können; die Naivetät eines Kindes, das einen neuen Gegenstand wahrnimmt und ihn zehn-, zwanzig-, hundertmal hintereinander bezeichnet und nicht müde wird, immer mit derselben Freude an derselben Thätigkeit seiner Stimmbänder und an der Eigenschaft des Gegenstandes, den es bezeichnet. Eine sich drängende Fülle von Eindrücken, Empfindungen, Gedanken, halb nur bewußt, unmöglich ganz zu sagen in deutlicher, abgemessener Folge, wie sie sich drängen, hemmen und durcheinander stürmen, und so Dunkelheit, Mystik neben deutlichster, nüchternster Klarheit. Und durch alles das fühlt man sich zurückgestoßen und angezogen, wie einen die Natur anzieht und abstößt, sich giebt und verweigert, durchsichtig und mystisch ist mit dem ewigen Rhythmus ihrer Erscheinungen, der monoton ist und doch von unendlicher Mannigfaltigkeit.

Und was für eine Stimmung!

Um es gleich vorweg zu sagen: es gilt von ihr, was Coterill und Rolleston in der oben angeführten Broschüre von Wordsworth sagen: " . . . Dieses Zauberlicht verleiht er der ganzen Welt, indem er die Natur entschleiert – nicht durch die Schöpfermacht der Einbildung, sondern durch einen seltsamen sympathischen Einfluß, der auf uns in einer Weise wirkt, daß wir von dem Augenblick an gewöhnliche Gegenstände mit anderen Augen anschauen, in einer Weise, daß uns diese Gegenstände nicht mehr das sind, was sie uns scheinen: nicht nur (wie so viele Gegenstände und auch Personen für uns sind und immer bleiben) leblose, bedeutungslose Dinge, welche

"Die Erde täglich wälzt im Lauf
Mit Felsen, Steinen, Bäumen.""

Wir haben das Einzelne, Getrennte hinter uns, das uns verwirrte und ängstigte. Elend und Glück, Armut und Reichtum, alle die unbegreiflichen Gegensätze, die uns in unsrer Enge quälten: nichts können sie uns mehr anhaben und aufdringlich uns den Zusammenhang der Dinge verdunkeln. Oder doch: es ist alles da: aber alles an seinem Platz, eingeordnet und erlöst mit seinem Zwiespalt in den mächtigen Rhythmus des ewigen Kreislaufs alles Geschehens und aller Erscheinungen. Alles geht auf in einem einzigen, großen Kraft- und Lebensgefühl, das alles umspannt und umschließt. Alle die Verbindungen, mit denen das Einzelne, Geteilte in unendlichen Verknüpfungen mit allem Geschehen seit Urbeginn im Zusammenhang steht, und die in der Bewußtheit des Lebens gelöst scheinen, sind hier wieder geknüpft, in dieser mächtigen Stimmung.

"Ich finde, ich habe Gneiß in mir, Kohlen, langhaariges Moos, Früchte, Aehren, eßbare Wurzeln,
Und ich bin überall mit einer Stuckatur von Vierfüßlern und Vögeln bedeckt"

heißt es an einer Stelle. So mächtig ist diese religiöse Stimmung in Whitman und mit so gewaltiger Energie schafft sie sich Ausdruck.

[982] Immer und stets ist er der Sänger des Alls, des Ganzen, das in ihm eben so vollständig ist, wie außer ihm.

"Ich werde keine Gedichte machen, die sich auf Teile beziehen,
Sondern ich werde Gedichte, Gesänge, Gedanken machen, die sich aufs Ganze beziehen,"

Alles bekommt hier seine Würde, an der jeder Kleinmut und jede Schmähung zu Schanden wird. Jeder, wer und was er auch sei, darf von sich sagen:

"Ich bin der Gipfel vollbrachter Dinge und schließe werdende Dinge in mir ein."

Die Zerbrechlichkeit und Endlichkeit des Einzelnen ist in dieser Stimmung aufgehoben.

"Tief unten erblicke ich das ungeheure Urnichts, ich weiß, daß ich auch da war,
Ich harrte ungesehen und beständig und durchschlief die betäubenden Dünste,
Und nahm mir Zeit, und der stinkende Kohlenstoff brachte mir keinen Schaden,
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Um mir Platz zu machen, hielten sich die Sterne seitwärts in ihren Bahnen,
Sie entsandten Kräfte, um das zu bereiten, was mich tragen sollte.
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Mein Embroo ist niemals erstarrt gewesen, nichts konnte ihn erdrücken.
Um seinetwillen zog sich der Sternnebel in eine Kugel fest zusammen,
Langsam türmte sich Schicht auf Schicht, um ihm ein Ruhebett zn machen,
Ungeheure Pflanzen gaben ihm Nahrung,
Riesige Saurier trugen ihn in ihrem Rachen und setzten ihn sorgfältig nieder.
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Jetzt, aus dieser Stelle steh ich mit meiner rüstigen Seele!"

Alles lebt in ihm, in dir, in mir, in uns allen und ist in uns enthalten und beschlossen: Menschen, Gestirne, Zeiten, Tiere, Pflanzen, Steine. "Meine Freunde wimmeln in den Poren meiner Haut." Alles ist um seinetwillen, um deinet- und meinetwillen, um unsrer aller Willen da. Alles ist wir, und wir sind alles. Was will Anfang und Ende, Geburt und Tod? Alles ist ewige Bewegung.

"Treiben, Treiben und Treiben
Immer der zeugende Trieb der Welt."

Wir sind alles Gewesene und Künftige. Körper und Seele: es giebt keinen Unterschied zwischen ihnen; sie sind eins. Nichts ist anstößig, gemein. Die Begattung ist nicht anstößiger als der Tod. Alles ist ein Wunder. Der Körper etwas höchst Wunderbares und Verehrungswürdiges. Auf alles, was mit ihm in Berührung kommt, überträgt er wohl in dieser Stimmung die Attribute seines Körpers. Er spricht von breiten, muskligen Feldern u. s. w. und überträgt seinerseits Attribute lebloser Dinge aus seinen Körper, spricht von gemischtem, gerumpeltem Heu des Kopfes, des Bartes, der Brust u. s. w. Er ist verliebt in seinen Körper, in sich, in alles.

"Drücke dich fest an mich, o Nacht, mit bloßen Brüsten – drücke dich fest an mich, magnetische, nährende Nacht!
Nacht der Südwinde. – Nacht der wenigen großen Sterne!
Stille nickende Nacht – tolle, nackte Sommernacht!"

In rasender, jauchzender Lust wirft er seinen nackten Leib den Wellen entgegen, bietet seine Brust dem Sturm dar. Er wimmert nicht, was überall in der Welt gewimmert wird, daß die Monate leere Räume sind und der Boden nichts als Schlamm und Kot. Alles ist lebendig. Alles drängt sich zu ihm herein, er sich hinaus zu ihm. – Die Zeitalter quälen sich, indem sie auf das Beste hinweisen und es vom Schlechten unterscheiden, er aber schweigt, indem sie streiten, bekannt mit der vollkommenen Schicklichkeit und Gelassenheit der Dinge, geht baden und bewundert sich selbst. Zwar umgeben ihn Fragen und Zweifel, aber sie sind nicht sein wahres Ich. Das steht abseits von allem Zerren und Zausen. Die Tage des Streitens und der Unklarheit liegen hinter ihm. Er hat weder Spöttereien noch Beweise. Er ist identisch mit dem, was man zu beweisen sucht. –

[983] Ein unermeßliches alle Weiten und Tiefen füllendes und nach ihnen sich streckendes Kraftgefühl, ein inniges Sicheinsfühlen mit allem ist die Grundstimmung seines Wesens und seiner Gesänge.

 

      *       *       *

 

Diese Grundstimmung ist eine durchaus religiöse. Aus ihr erwachsen seine Themen: die Liebe, die Demokratie, und die Religion. Und sein Hauptthema also ist die "Hoheit der Religion."

Um den Begriff Religion zu kennzeichnen, will ich mir hier wieder eine sehr treffliche Stelle aus der oben erwähnten Broschüre zu nutze machen, die mich längerer Erläuterungen enthebt. Es heißt dort auf Seite 52: "Nach Kardinal Newman, der die Psychologie des Glaubens in einem äußerst interessanten Werke erforscht hat, wäre dieser Zustand, wo unsre Ansichten und unsre Gefühle im Widerspruch zu einander stehen, einer des "formellen" Glaubens zu nennen, ein Zustand, den er von dem des einflußreichen "wirklichen" Glaubens unterscheidet. Nun geschieht es aber nicht selten, daß solch ein formeller Glauben in einen wirklichen übergeht. Nur dadurch scheint es mir, daß ein neues Verhältnis zwischen uns und dem Gegenstand des Glaubens auf irgend eine Weise herbeigeführt werden sollte, kraft welcher er nicht mehr blos ein Name für uns ist, ein logischer Schluß, eine Ueberlieferung, sondern ein Ding, eine Wirklichkeit werde, etwas, das die Tiefe des Bewußtseins berührt. Beschreiben wir aber den Vorgang, wie wir wollen, jedermann ist damit bekannt, und ich brauche nur darauf aufmerksam zu machen, daß dieser Verwirklichungsprozeß auch da geschehen kann, wo das Resultat nicht als eine Zustimmung oder Glaube, formell oder wirklich, sondern bloß als eine lebendige, geistige Wahrnehmung, σύλληψις des betreffenden Gegenstandes zu bezeichnen wäre. Nun ist das Veranstalten eines solchen Verhältnisses zwischen der menschlichen Seele und der ganzen inneren und äußeren Welt ein Hauptzug von Whitmans Wirkung auf seine Leser .... denn die Dinge täglicher Erfahrung in ihrer Wirklichkeit wahrzunehmen, ist die Religion und erzeugt die Ethik."

In dieser religiösen Stimmung wurzelt die ganze Macht seiner Gesänge.

Zu achten ist die Wissenschaft, erhaben ist es, einen Mann und ein Weib im Uebermaß zu lieben, aber es giebt ein andres, das wahrlich erhaben ist und das Ganze eint, herrlich für alle sorgt mit nimmermüden Händen: das ist die Religion. Nicht der Kult, das Dogma mit seinen Imperativen: sondern das mächtig gespannte Lebensgefühl, dessen Kraft das All mit Liebe und Staunen umfaßt, das religiöse Gefühl, das innige, jauchzende, intime Bewußtsein der Einheit mit allem. Einzig "den Samen einer größeren Religion in die Welt zu streuen" singt er seine Gesänge. Ohne sie giebt es keine des Namens würdige Größe, keinen Staat, keinen Charakter, kein Leben. Er betet nicht, verehrt nicht, katzenbuckelt nicht vor den ewigen Gesetzen und macht keine Ceremonien mit. Seine Verehrung ist die rasende Lust, mit der Atmosphäre in Berührung zu kommen, jauchzend sich in die mächtige Bewegung des Lebens zu stürzen, in sein Werden und Vergehen, sein Blühen, Leuchten, Brausen, Wachsen und Glühen.

Religion ist das mächtige Empfinden, das ihn bewundernd vor dem Kreislauf der Gestirne, vor der Herrlichkeit des menschlichen und tierischen Körpers stehen läßt, so daß er in einem Gesange – "Ich singe den Leib, den elektrischen" – Seiten lang mit verzücktem Stammeln, wie ein Kind, das mit unsäglichen Wonnen etwas benennt und in diesen unaufhörlichen Benennungen eine unendliche Lebensfülle fühlt und bezeichnet, alle Teile des menschlichen Körpers auf zählt, daß er an den nackten Leibern badender Jünglinge und ihren elastischen und jugendfrischen Bewegungen seine Freude hat. Religion ist es, wenn er Blumen und Gras zärtlich liebt. Sie ist es, die vor ihm den Umlauf der Sonnensysteme, den Kreislauf der Erde mit all ihren Wundern und ihrem Lebensgetriebe in gewaltigen Visionen sich ausbreiten läßt. [984] Sie ist es, die ihn mit süßen Schauern in die Unendlichkeit des Kleinen, die unermeßlichen Wunder des Geringen, Verschmähten, Verachteten sich versenken und ihn hier wie überall die gleiche, ewige Bewegtheit des Alllebens, keinem zählenden, abschätzenden Verstand begreiflich, finden läßt. Sie läßt ihn Werden und Vergehen menschlicher Kulturen bewundern, wie das Blühen der Blumen. Glücklich ist er, wenn er einen Körper betasten kann und die Berührung ihm mit ihrem Strom das Leben des Betasteten mitteilt. Die für den Verstand und das schwache Empfinden so "schreckliche Ungewißheit der Erscheinungen" nimmt es ihm, wenn er bei Freunden weilen und ihre Hand in der seinen halten kann. Dann ist er voll unausgesprochener und unaussprechlicher Weisheiten.

Hier ist das Werden dieser Empfindung.

"Ich glaube an dich, meine Seele! Das andre, das ich bin, darf sich vor dir nicht erniedrigen,
Noch darfst du vor dem andren erniedrigt stehen."

Die Seele ist diese mächtige Energie religiöser Begeisterung in ihm. Und nun mit seiner rücksichtslosen, sinnlichen, immerhin "brutalen", immerhin gar "geschmacklosen" Verdeutlichung:

"Strecke dich mit mir aufs Gras, öffne deine Kehle,
Nicht Worte, nicht Musik, noch Reime brauch' ich; keinen herkömmlichen Gebrauch, keinen Vortrag, auch nicht den besten,
Blos das Lullen mag ich, das Gesumme deiner Stimmbänder."

Und nun überkommt sie ihn, nimmt gänzlich von ihm Besitz.

"Ich gedenke, wie wir einst an einem so hellen Sommermorgen im Freien lagen,
Wie du dein Haupt quer über meine Hüften legtest, und dich leise auf mir umkehrtest,
Und mir das Hemd beim Brustknochen aufmachtest, und die Zunge bis in mein bloßgelegtes Herz hineintauchtest,
Und reichtest heraus, bis du meinen Bart fühltest, und hinunter, bis du meine Füße hieltest."

Hinterwäldlerhaft, à la Cowboy in dieser Weise das allerfeinste, allerintimste zu sagen: und doch mutet es bei ihm an mit seiner barbarischen, kerngesund-sinnlichen Frische und Energie.

"Alsbald tauchte empor und verbreitete sich um mich her der Friede und das Wissen,
   das über alle Beweise der Erde hinausgeht,
Und ich weiß, daß Gottes Hand die Versicherung der meinigen ist,
Und ich weiß, daß der Geist Gottes der Bruder des meinigen ist,
Und daß alle Männer, je geboren, auch meine Brüder sind, und die Frauen meine Schwestern und Geliebten,
Und daß eine Kielschwinne der Schöpfung die Liebe ist,
Und unermeßlich sind Blätter straff oder welkend aus den Feldern,
Und braune Ameisen in den kleinen Gruben darunter,
Und der moosige Grind aus der Zickzack-Einfriedigung, und ausgehäufte Steine, Hollunder, Vollkraut und Kermesbeeren".

Er steht an der Brooklyner Fähre, sieht das Treiben des Verkehrs mit seinen hundert und aberhundert wechselnden Bildern; sieht Lichter, Farben, Menschen, Dampfer mit ihrem veilchenblauen Rauch, Männer und Frauen. Er sieht das alles, lebt sein Leben, geht in seinen Bewegungen, in seinem unaufhörlichen Wechselspiel aus, lebt mit denen, die in gleicher Weise nach hundert Jahren hier verkehren werden. Und das nehme man nicht etwa bildlich und "sozusagen", sondern schlicht und recht für so wirklich, als es gesagt und für sein Empfinden so und nicht nur halb oder zum Teil und sozusagen so ist. Denn für dieses Empfinden bedeutet die Anzahl der "Jahrzehnte" und "Jahrhunderte" nichts. –

Er wandert aus der "freien Straße". Sie mit allen ihren Erscheinungen, Ost und West, Nord und Süd sind sein, er "atmet den Raum in großen Zügen ein". Ueberall ist er, überall, obschon hier seines Weges gehend, lebt er das Leben [985] aller Wesen; die ganze Welt mit all ihrer Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft sind seine Reisegenossen. Er ist Brahma, Saturn, alle Systeme und Glaubensbekenntnisse. Niedergeschlagenheit, Leidenschaften, Zornanfälle, Langeweile, Gemeinheiten. Schmerzen unbefriedigter Freundschaft: das alles kann ihm im Grunde nichts anhaben. Er sieht unzählige Gesichter, die vorübergehen: alte, junge, schöne, häßliche, männliche, weibliche, kranke und gesunde, böse und gute. Er sieht sie und ist mit ihnen allen zufrieden. Nicht weil er sie, "als ihr eignes Finale dächte". Das ist "eine elende Laus, die bittet und bettelt um ihr Leben" (Pardon für eine Randglosse! Ein Mensch, der diesen Satz hinschreibt und seinen Inhalt gelebt hat, ist kein "Optimist". Was für ein schändliches, mattherziges Wort!), ein andres "eines Hundes Gesicht"; dort "ein Fallsuchtsgesicht", hier "dies Gesicht schuldet dem Totengräber seinen unheimlichsten Lohn – Unaufhörlich läutet hier die Totenglocke". Aber er sieht durch alle ihre Hüllen ihre unzerstörbaren Umrisse. Sie werden dieser Hüllen ledig sein, und er wird ihr wahres Gesicht sehen, "vollkommen und unverletzt, jeder Zoll so gut wie ich". – In jedem Haus ist der Keim, der bezeugt, daß sie vom ewigen Meister abstammen. Nach tausend Jahren wird er ans Licht kommen". – Alles ist ihm ein Wunder. Jeder Kubikfuß des Raumes. Einen "geheimnisvollen Trompeter" glaubt er zu hören; seine Weisen machen ihm alles Leben offenbar. Sie singen ihm das höchste der Lieder, das von der neugeborenen Menschheit und das Lied der Freude! –

 

      *       *       *

 

Seine ferneren Themen ergeben sich aus dieser seiner Grundstimmung mit Notwendigkeit. Wer sich in einem solchen Zusammenhange mit allem fühlt, daß er alles als Bestandteil seiner Person empfindet, wer dieses Reichtums halber eine unbegrenzte Selbstachtung und Selbstliebe hat, der "singt" zwar "ein Ich", "eine einfache, abgesonderte Person", spricht aber damit zugleich "das demokratische Wort", das Wort "en masse", das damit einen tiefen, intimen Sinn bekommt. Der "singt" und rühmt nicht ein Einzelnes und giebt ihm einen Vorzug, nicht der "Seele" vor dem "Leib", dem "Geist" vor der "Natur" oder umgekehrt, der singt "die Physiologie vom Kopf bis zum Fuß" – dem ist "nicht die Physiognomie allein, das Antlitz der Muse würdig", die "vollständige Gestalt ist bei weitem würdiger". Um das in seinem Sinne zu erweitern: nicht dieses oder jenes hat vor andrem einen besondren Vorzug, da alles brüderliches Teil des großen Ganzen ist, sondern alles hat, als im Grunde ein Einziges und Ganzes, denselben Wert. Auch nicht eine Kaste von "Besseren" und "Bevorzugten" giebt es vor seinem religiösen Empfinden, sondern alle Menschen sind "en masse" ein großes, brüderliches Ganze. Für die Demokratie also "jubelt er jetzt" und ist "bereit, kräftigere und anspruchsvollere Lieder zu singen, als jemals aus der Erde gehört wurden".

Sein Liebesgefühl, oder sein allumspannendes Kraftgefühl, frägt und mißt nicht ab, "wer" und "wieviel" jemand sei. Zum Knecht im Baumwollfelde zieht es ihn hin und er drückt ihm den Bruderkuß auf die Wange und schwört in seiner Seele, daß er ihn nie verleugnen werde. Höhere Ansprüche stellt er zu Gunsten dessen, der mit aufgerollten Hemdärmeln Schlägel und Meißel führt, als für alle Götterentwürfe der Vorzeit und Gegenwart. Der junge Handwerker steht ihm am nächsten, der Hinterwäldler, der Ackerknecht, und sie werden ihn am besten verstehen. In allem Volke sieht er sich selbst, keiner ist mehr, keiner um ein Gerstenkorn geringer. Er vertritt die Rechte derjenigen, die von andren niedergetreten werden, der Mißgestalteten, der Albernen, der Unbedeutenden, der Thörichten, der Verschmähten. Er ist der gehetzte Sklave, der Feuerwehrmann mit zerdrückter Brust. Burschen, die Feuerspritzen und Strickleitern handhaben, sind ihm nicht weniger als die Götter der alten Kriege.

"Der zahnlückige Stallknecht mit rotem Haar, erlösend von vergangenen und zukünftigen Sünden,
[986] Verknüpfend alles, was er besitzt, zu Fuße reisend, um Advokaten für seinen Bruder
    zu bezahlen und neben ihm zu sitzen, während er wegen Fälschung gerichtet wird".

Er ist der Wortführer verachteter Verbrecher und schaut sie mit Augen der Verwandtschaft an, trotzend allem Pharisäismus. Er ist der Sänger Amerikas mit seinen demokratischen Verfassungen. In jubelnder Andacht und Liebe zählt er die Namen seiner Freistaaten auf. Er durchwandert ihre Prärieen, ihre Urwälder, badet an ihren Meergestaden, lauscht ihren Rednern und Rednerinnen in den öffentlichen Hallen, bewundert ihre Ausstellungen, ihre Städte, Gebäude und Künste, ist bei ihnen einheimisch und so recht der Sänger ihres Geistes:

"Kein zierlicher "dolce affectuoso" ich;
Bärtig, sonnengebräunt, granbrüstig, widerwärtig bin ich angekommen,
    daß man mit mir ringe, wenn ich vorbeigehe, um des Weltalls echte Preise."

 

      *       *       *

 

Er ist der Säuger der sozialen Umwälzungen und der Zukunst der Demokratie, ein Liebhaber der Städte. So in einem von Freiligrath prächtig übersetzten Gedichte "Die Erhebung". Lange hat er die Prärieen dnrchschweift, Niagaras Güssen gelauscht, ist die türmenden Felsen längs des Weltmeers emporgeklommen, fuhr hindurch den Sturm und sah mit Lust die drohenden Schlünde der Wellen. Die Städte meidend suchte er Gewißheiten, hungernd nach ursprünglicher Kraft, nach des Alls Unerschrockenheit und erfrischte sich an ihr. Es war gut und wohl hat er sich bereitet, und durchwandelt nun wieder die Städte, hier ein größeres und gewaltigeres Schauspiel schließlich noch zu beobachten, als die Naturwunder der Prärien, Brausen des Sturms, der Wasserstürze und des Meeres.

"Manhattan sich hebend, vorschreitend mit drohender Stirn – Cincinati, Chicago entfesselt;
Was das schwellende Wogen des Ozeans dort?   Sieh, was kommt hier?
Wie es aufklimmt, wagend, mit Fuß und Hand!   Wie es schmettert!
Wie der wahre Donner brüllt hinter dem Blitz!   Wie es flammt, das Flackern des Blitzes!
Wie mit Rächergang die Demokratie zuschreitet durchs Dunkel, beschienen vom Blitz!
Donnere zu!   Schreite zu, Demokratie!   Schlage zu mit rächendem Schlag!"

Ueber alles liebt er die großen Städte und sein "Manhattan". Mehr als die stille, glänzende Sonne, Laub, Korn und Weizen, als Einsamkeit und Bienensummen. Unermüdlich ist er, durch ihre Straßen zu wandern und in ihrem Verkehr sich zu verlieren, der in breiten, mächtigen, farbenfunkelnden Visionen in seinen Strophen lebendig wird. In unzähligen, endlos aneinander gereihten Bildern läßt ihn sein liebendes Erstaunen an uns vorüberrauschen. Nichts will er auslassen, nichts sich entgehen lassen. Mit scharfem, erfasssendem Auge giebt er dieses Treiben wieder und belebt jede einzelne Wahrnehmung liebevoll oft und durch ein einziges, außerordentlich lebendiges und charakteristisches Epitheton zu einem Gedicht für sich. Wie eine unzählige Fülle kleiner Romane, Dramen, lyrischer Gedichte, oft nur eine knappe Zeile, ein paar Worte umfassend, reiht er diese Bilderfülle aneinander. Da sind Sklaven, Auktionen, Soldaten, Polizei, Feuerwehrleute, Handwerker, Verkäufer u. s. w. u. s. w. Er durchwandert Werkstätten und Magazine, geht an den Uferquais hin, durch Speicher, an Bauplätzen vorbei. Was ist das "Uebernatürliche" gegen die Wirklichkeit und gegen diese Wirklichkeit? Es giebt nichts Ueber- und Außernatürliches. Alles ist in der gegenwärtigsten und nahsten Wirklichkeit. Nichts bedeutet es gegen den Wurm, den Käfer, nichts gegen dies Treiben hier.

"Was auf das Breiteste sonst gestreut, jetzt gestreut auf die Qnadratrute um mich her,
   und die Quadratrute am Ende nicht bedeckend".

 

      *       *       *

 

[987] Mit diesem religiösen, alles umspannenden Empfinden ist er der Dichter der Liebe, der Kraft, der Schönheit und der Hoffnungen. Männer mit schönen, kräftigen Gliedern, blühend in Kraft und Gesundheit, schöne, zeugungstüchtige Frauen mit wohlgestalteten, flinken Kindern, die gigantische Schönheit eines Hengstes sind seine Lust. Er wird nicht müde, sie zu bewundern. Er kommt nicht los von ihnen. Energie, körperliche und geistige Rüstigkeit, gymnastische, körperliche Hebungen, die Gelegenheit geben, ein schönes, elastisches Muskelspiel zu entwickeln, sind Gegenstand seiner begeisterten Liebe. Eine neue, entwickeltere Kultur ist seine freudigste Gewißheit. Sie findet er verbürgt durch den Urbeginn und den Verlauf aller Entwicklung, den er sich in gewaltigen Visionen in einem Gedicht wie "Die Fahrt nach Indien" vergegenwärtigt; sie findet er verbürgt durch die ewig regsame Bewegung der Welt und des Lebens, mit der seine Seele "die Sphären bewältigt", mit der einst sie zufrieden dem Tode entgegenlächelt.

In diesem Empfinden ist der allgegenwärtige und immer gewährte Ausgleich aller Leiden und Unvollkommenheiten, in welche unserem grübelnden Verstand die Welt auseinanderfällt. In ihm sind alle Hoffnungen und Verheißungen erfüllt als in einem Jenseits von aller Schwäche und sterbenden Ohnmacht. Das fabulierte Jenseits ist kein andres als dieses.

Alle diese alten, sterbensmüden Begriffe, Gott, Jenseits und die überirdischen Erlösungen und Ausgleichungen, die wir zwar leugnen, gegen die wir kämpfen, aber oft, weil sie uns noch von den Urvätern her im Blute stecken, mit einer gewissen persönlichen Bitterkeit, als wären sie wirklich noch etwas Wirkliches und nicht bloße Einbildung, mit denen wir im Grunde oft noch tragikomisch schmollen, als wäre von ihnen noch irgend etwas zu erwarten, von ihnen und von dem Pessimismus, der oft dieser "Schmollerei" gleichzusetzen ist, existiert bei Whitmann so gut wie keine Spur.

Mir kommt ein schönes Gedicht von Paul Verlaine in die Erinnerung, das ich neulich las:

"Vous, dieu de paix, de joie et de bonheur,
Toutes mes peurs, toutes mes ignorances
Vous, dieu de paix, de joie et de bonheur,
Vous connaissez tout cela, tout cela,
Et que je suis plus pauvre que personne,
Vous connaissez tout cela, tout cela,
Mais ce que j'ai, mon dieu, je vous le donne."

Und hierzu fällt mir als kritische Randglosse ein Ausspruch Nietzsches bei in der "Götzendämmerung": "Ich glaube, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik glauben". –

Bei Whitman würde man sich vergeblich nach einer solchen Anklage ins Blaue hinein umsehen. Keine größeren Contraste als diese Dekadenz und Whitman.

Sie alle, Brahma, Buddha, Gott, Jehova, Jesus etc. sind nur Gegenstände seines historischen Begreifens, von Wert insofern, als hinter ihnen, allmählich sich entwickelnd, dasselbe Verhältnis zur Welt mit seiner kräftigen Intimität sich verbarg, das nun mit neuer Kraft und schönerer Klarheit wieder mit der Jugend neuer Generationen, neuer Lebensverhältnisse und Menschen hervortreten und aufblühen wird.

"Natur und Mensch sollen nicht länger getrennt und einzeln bleiben,
Der wahre Sohn Gottes soll sie ganz mit einander verschmelzen.
         Jahr, vor dessen weit geöffneten Thüren ich singe!
         Jahr des erreichten Zieles!"

 

      *       *       *

 

Verschiedentlich ist Whitman beurteilt worden. Nicht bei uns, denn wir kennen ihn noch nicht. Aber in seinem Vaterland hat er von allerlei Prüderie, allerlei Pfaffentum, Pharisäismus, ästhetischer und sonstiger Borniertheit viel Mißverständnis [988] und Anfeindung erfahren. Hier bei uns hat ein Franzose in der Revue des deux Mondes (Juni 1872), hat Rudolf Schmidt in Kopenhagen einen Aufsatz, und haben einige Engländer über ihn geschrieben, und der gute Lombroso hat ihn neulich in seiner Anekdotensammlung "Genie und Wahnsinn" mit wer weiß welchen dichterisch und sonst weltberühmten Geistespatienten allen in dieselbe Zelle gesperrt.

Aber er ist auch überschätzt, überpriesen worden. So z. B. wenn ihn Emerson neben Homer, Shakespeare und die Psalmisten gestellt hat. Es ist schwer, und selbst für ein Genie wie Whitman, einer von diesen Großen zu sein in einem Zeitalter, wo jeder genötigt ist, auf alle mögliche Uebergangskrüppelei Rücksicht, oder vielmehr darauf Bezug zu nehmen. Auch sein überlauter Enthusiasmus und das prophetisch-hinweisende aus sich und die neue Kraft, welche die neue Welt sein wird, ist ein "Zeichen der Zeit". Er wurzelt nicht wie jene Großen ruhig und sicher in einer fertigen Kultur, deren Blüte ihre Kunst ist, er ist nur ein Träger, der erste fertige Mensch einer werdenden. Er braucht es nicht erst zu betonen, daß Hauptsache, Vollendung und Ausführung zu erwarten ist von Dichtern, Rednern, Sängern und Musikern, die kommen und ihn rechtfertigen sollen. Alle seine Gesänge wirken als nichts Größeres und nichts Geringeres als wie gewaltige Dithyramben, Präludien auf eine kommende, neue Welt, ein neues Geschlecht, "einheimisch, athletisch, festländisch, größer als alle vorher gekannt", das in ihnen, mit ihrem brausenden, brutalen, süßen, mystischen und rasenden Eifer und Uebereifer sich zum ersten Mal lyrisch ankündigt. So mag es vor Homer große dithyrambisch-"dionysische" Dichter gegeben haben, die Hindeuter waren wie er, auf einen Größeren, Kommenden, "optimistisch" in der Ueberfülle ihres visionären Rausches und in der Gewalt ihres durch ihn mächtig gesteigerten Lebensgefühles, wie er.

 

 

 

 

Erstdruck und Druckvorlage

Freie Bühne für den Entwickelungskampf der Zeit.
1892, September, S. 977-988.

Die Textwiedergabe erfolgt nach dem ersten Druck (Editionsrichtlinien).


Freie Bühne für den Entwickelungskampf der Zeit   online.
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Zeitschriften-Repertorien

 

 

Werkverzeichnis


Verzeichnis

Kafitz, Dieter: Johannes Schlaf – weltanschauliche Totalität und Wirklichkeitsblindheit.
Ein Beitrag zur Neubestimmung des Naturalismus-Begriffs und zur Herleitung totalitärer Denkformen.
Tübingen: Niemeyer 1992 (= Studien zur deutschen Literatur, 120).
S. 267-280: Schriftenverzeichnis J. Schlaf.



Schlaf, Johannes: Detlev von Liliencron. Ein litterarisches Bild.
In: Die Gesellschaft. Monatsschrift für Litteratur und Kunst.
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URL: https://de.wikisource.org/wiki/Die_Gesellschaft_(Literaturzeitschrift)
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000544187
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Schlaf, Johannes: [Rezension zu:]
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Schlaf, Johannes: Moral, Kritik und Kunst.
In: Die Gesellschaft. Monatsschrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik.
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URL: https://de.wikisource.org/wiki/Die_Gesellschaft_(Literaturzeitschrift)
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000544187
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/007015901

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Jg. 60, 1891, Nr. 43, 24. Oktober, S. 675-677.
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/008893442
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Schlaf, Johannes: Neue französische Lyrik.
In: Freie Bühne für den Entwickelungskampf der Zeit.
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URL: https://de.wikisource.org/wiki/Die_neue_Rundschau
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/009989682

Schlaf, Johannes: Neue deutsche Lyrik.
In: Freie Bühne für den Entwickelungskampf der Zeit.
1892, August, S. 853-862.
URL: https://de.wikisource.org/wiki/Die_neue_Rundschau
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/009989682

Schlaf, Johannes: Walt Whitman.
In: Freie Bühne für den Entwickelungskampf der Zeit.
1892, September, S. 977-988.
URL: https://de.wikisource.org/wiki/Die_neue_Rundschau
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/009989682

Schlaf, Johannes: Frühling.
Leipzig: Verlag Kreisende Ringe 1896.
URL: https://archive.org/details/frhling00schlgoog
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/100531925

Schlaf, Johannes: Walt Whitman.
In: Neuland. Monatsschrift für Politik, Wissenschaft, Litteratur u. Kunst.
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Schlaf, Johannes: Walt Whitman, Lyrik des Chat Noir, Paul Verlaine.
Leipzig: Verlag Kreisende Ringe 1897.
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Schlaf, Johannes: Neue Lyrik.
In: Die Zeit. Wiener Wochenschrift für Politik, Volkswirthschaft, Wissenschaft und Kunst.
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Schlaf, Johannes: Helldunkel. Gedichte.
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URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000679567

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Schlaf, Johannes: Alexandrinismus.
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Schlaf, Johannes: [Rezension zu:]
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In: Das litterarische Echo. Halbmonatsschrift für Litteraturfreunde.
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URL: https://de.wikisource.org/wiki/Zeitschriften_(Literatur)#529664-x
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/100178380

Schlaf, Johannes: [Rezension zu:]
Das Haus des Lebens. Eine Sonettenfolge von Dante Gabriel Rossetti.
Aus dem Englischen von Otto Hauser. Leipzig 1900.
In: Das litterarische Echo. Halbmonatsschrift für Litteraturfreunde.
Jg. 2, 1899/1900, Heft 23, 1. September 1900, Sp. 1660-1661.
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Schlaf, Johannes: Die Anfänge der neuen deutschen Literaturbewegung.
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Der Zeitgeist, Nr. 28; Beiblatt zum "Berliner Tageblatt". 1902. Nr. 351, 14. Juli, S. *2-3.
Der Zeitgeist, Nr. 31; Beiblatt zum "Berliner Tageblatt". 1902. Nr. 390, 4. August, S. *3.
URL: zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27646518

Schlaf, Johannes: Walt Whitman.
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Jg. 73, 1904, Heft 2, 9. Juli, S. 59-63.
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/008893442
URL: https://de.wikisource.org/wiki/Magazin_für_die_Literatur_des_Auslandes

Schlaf, Johannes: Emile Verhaeren.
Berlin u. Leipzig: Schuster & Loeffler o.J. [1905]
(Dichtung. Eine Sammlung von Monographieen, 38). [PDF]
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/010104600

Schlaf, Johannes: Neue Lyrik.
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Jg. 2, 1905, Nr. 93, 5. September, S. 907-910. [PDF]

Schlaf, Johannes: Kritik der Taineschen Kunsttheorie.
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URL: https://archive.org/details/bub_gb_RsEZAAAAMAAJ
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/001396790

Schlaf, Johannes: Maurice Maeterlinck.
Berlin: Bard, Marquardt & Co o.J. [1906]
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URL: https://archive.org/details/mauricemaeterlin0000sch
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/008972425

Schlaf, Johannes: Der "Fall" Nietzsche.
Eine "Überwindung".
Leipzig 1907.
URL: https://archive.org/details/derfallnietzsch00schlgoog
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/001917797

Whitman, Walt: Grashalme.
In Auswahl übertragen von Johannes Schlaf.
Leipzig: Reclam o.J. [1907] (Reclams Universal-Bibliothek, 4891-4892a).
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/100157281

Schlaf, Johannes: [Rezension zu:] Der Klingelbeutel. – St. Helena.
Von Adolf Paul. Der "Heroischen Komödien" zweite Folge.
Leipzig, Verlag von Breitkopf & Härtel.
In: Die Zeit. 1908, Nr. 1981, Morgenblatt, 29. März, S. 22.
URL: http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=zei

Schlaf, Johannes: Mutter Erde.
In: Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung. Sonntags-Ausgabe.
1908, Nr. 200, 19. April, S. *2.
URL: zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27646518

Schlaf, Johannes: Monismus.
In: Der Zeitgeist. Beiblatt zum "Berliner Tageblatt".
1908, Nr. 37, 14. September, S. *1-2.
URL: zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27646518

Schlaf, Johannes: Emile Verhaeren.
In: Westermanns Monatshefte. Illustrierte deutsche Zeitschrift für das geistige Leben der Gegenwart.
Bd. 107, Teil I, 1909, Heft 638, November, S. 255-266.
URL: https://de.wikisource.org/wiki/Westermanns_Monatshefte
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000494873

Schlaf, Johannes: Die Zukunft der modernen Dichtung.
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URL: http://library.fes.de/sozmon/

Schlaf, Johannes: Walt Whitman in Frankreich.
In: Das Neue Elsass. Eine Wochenschrift.
Jg. 1, 1911, Nr. 15, 7. April, S. 231-233. [PDF]

Schlaf, Johannes: Seit damals. Ein Überblick.
In: Der Merker. Österreichische Zeitschrift für Musik und Theater.
Jg. 3, 1912, Heft 11, 1. Juni-Heft, S. 410-417.
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000061659

Schlaf, Johannes: Theodor Däubler.
In: Der Zeitgeist, Nr. 25; Beiblatt zum "Berliner Tageblatt".
1912, Nr. 303, 17. Juni, S. *1-2.
URL: zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27646518

Schlaf, Johannes: Das Ende des romantischen Menschen.
In: Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift.
Bd. 142, 1912, September, S. 302-312.
URL: https://de.wikisource.org/wiki/Nord_und_Süd
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/011920118
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/007918991

Schlaf, Johannes (Übers.): Zwei Gedichte von Paul Verlaine.
In: Der Merker. Österreichische Zeitschrift für Musik und Theater.
Jg. 5, 1914, Heft 109, 1. April-Heft, S. 247.
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000061659

Schlaf, Johannes: Die französische Renaissance.
In: Der Merker. Österreichische Zeitschrift für Musik und Theater.
Jg. 5, 1914, Heft 114, 2. Juni-Heft, S. 464-474.
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000061659

Schlaf, Johannes: Expressionismus.
In: Der Merker. Österreichische Zeitschrift für Musik und Theater.
Jg. 9, 1918:
Heft 7, 1. April, S. 240-244
Heft 8, 15. April, S. 279-281
Heft 9, 1. Mai, S. 311-316.
URL: https://catalog.hathitrust.org/Record/000061659

Schlaf, Johannes: Die Entwicklung des deutschen Dramas.
In: Vossische Zeitung.
1918, Nr. 375, Morgen-Ausgabe, 25. Juli, S. *2-3.
URL: http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/list/title/zdb/27112366/


Whitman, Walt: Grashalme.
In Auswahl übertragen von Johannes Schlaf.
Stuttgart: Reclam 2013 (= Universal-Bibliothek, 4891).

 

 

 

Literatur: Schlaf

Brandmeyer, Rudolf: Poetiken der Lyrik: Von der Normpoetik zur Autorenpoetik. In: Handbuch Lyrik. Theorie, Analyse, Geschichte. Hrsg. von Dieter Lamping. 2. Aufl. Stuttgart 2016, S. 2-15.

Bunzel, Wolfgang: Das deutschsprachige Prosagedicht. Theorie und Geschichte einer literarischen Gattung der Moderne. Tübingen 2005 (= Communicatio, 37).

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Kafitz, Dieter: Johannes Schlaf – weltanschauliche Totalität und Wirklichkeitsblindheit. Ein Beitrag zur Neubestimmung des Naturalismus-Begriffs und zur Herleitung totalitärer Denkformen. Tübingen 1992 (= Studien zur deutschen Literatur, 120).

Riedel, Wolfgang: "Homo natura". Literarische Anthropologie um 1900. Berlin u.a. 1996 (= Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte, 7).

Stöckmann, Ingo: "Weltanschauungs-Sinnierer und Kultur-Anreger". Die Naturalisten Bruno Wille und Johannes Schlaf. In: Magdeburger Literaten von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Hrsg. von Dagmar Ende u. Thorsten Unger. Heidelberg 2015 (= Beihefte zum Euphorion, 82), S. 205-231.

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Literatur: Freie Bühne für modernes Leben (1890 -)   –   Die neue Rundschau (1904 -)

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Kap. 4.5: Die "Freie Bühne"
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Lyriktheorie » R. Brandmeyer